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DMN Modulation durch Psychedelika in der Behandlung von depressiven Störungen – Wie Depressionen mit psychedelischen Substanzen behandelt werden

In meinem Psychologiestudium hatten wir die Aufgabe, einen Podcast zu erstellen. Das Resultat findet ihr hier in Form einer Ausgabe des „Anthropic Mind“ Podcasts:

 

Ich musste um auf die 15 Minuten zu kommen deutlich kürzen. Für diejenigen von euch die lieber lesen oder eine ausführlichere Version möchten, hier das ganze in Schriftform! Am Ende der Seite findest du das Literaturverzeichnis. Der Artikel/ Podcast wurde im Januar 2026 erstellt.

Hinweis: Psychedelika sind machtvolle, bewusstseinsverändernde Substanzen und können, speziell außerhalb eines kontrollierten Settings, heftige unerwünschte Wirkungen haben, die auch über den Rauschzustand hinaus anhalten. Der Artikel stellt keine Aufforderung zur Selbstmedikation dar.

Solltest du eine herausfordernde psychedelische Erfahrung gemacht haben, biete ich gerne Hilfe bei der Aufarbeitung und Integration an. Schreib mir einfach eine Nachricht.


Die Renaissance der Psychedelika: Vom „Trip“ zur Therapie

Die Erforschung von Psychedelika erlebt derzeit eine Renaissance. Nachdem Substanzen wie LSD in den 70er Jahren in den USA unter den Controlled Substances Act fielen, kam die Wissenschaft praktisch zum Erliegen. Sämtliche Forschung zu therapeutischen Anwendungen, etwa bei Alkohol- und Opioidabhängigkeit oder Depressionen, wurde für Jahrzehnte eingestampft.

Aktuelle Studienlage und neue Horizonte

Doch seit den späten 90er Jahren hat sich das Blatt gewendet. Die Forschung wurde wieder aufgenommen und befindet sich heute auf einem Allzeithoch. Das Spektrum der Studien ist dabei riesig: Es reicht von der Behandlung therapieresistenter Depressionen über Angststörungen bis hin zu Anorexia Nervosa. Aber auch abseits psychiatrischer Fragestellungen wird geforscht. Ein faszinierendes Beispiel liefert eine ganz aktuelle Studie von Kato und Kollegen aus dem Jahr 2025: Sie untersuchten an Mäusen, ob Psilocin lebensverlängernde Effekte haben könnte, mit erstaunlichen Hinweisen auf eine verlangsamte zelluläre Alterung. Man könnte fast sagen: Die Studien schießen wie Pilze aus dem Boden, das Thema ist in aller Munde, die Forschung ist „auf einem Trip“.

Im Fokus stehen dabei Substanzen wie Psilocybin, MDMA und LSD. In Deutschland wird zudem Ketamin bereits regulär zur Behandlung von Depressionen und akuter Suizidalität eingesetzt. Für diesen Boom gibt es gute Gründe, denn die Datenlage verdichtet sich. So lieferte Bogenschutz und sein Team im Jahr 2022 vielversprechende Hinweise auf die Wirksamkeit von Psychedelika bei Alkoholabhängigkeit. Auch im palliativen Bereich tut sich etwas: Eine aktuelle Metaanalyse von Bader et al. aus dem Jahr 2024 zeigt positive Effekte bei psychischer Belastung von Krebspatienten im Endstadium. Besonders weit fortgeschritten ist die Forschung zu MDMA bei Posttraumatischen Belastungsstörungen; hier wurden bereits Phase-3-Studien durchgeführt, wie etwa von Mitchell und Kollegen im Jahr 2023 publiziert.

Psilocybin-Forschung in Deutschland

Einen besonderen Stellenwert nimmt jedoch die Anwendung von Psilocybin bei Depressionen ein. Um ein solches neues Medikament zuzulassen, muss es strenge Testphasen durchlaufen. In den USA wurden bereits umfangreiche Phase-2-Studien veröffentlicht und Phase-3-Studien sind in Planung. Auch in Deutschland warten wir gespannt auf die Publikation der Ergebnisse der sogenannten EPIsoDE-Studie unter der Leitung von Gerhard Gründer und dem Team um Mertens, die als Phase-2-Studie kürzlich beendet wurde.

Doch es gibt bereits einen Meilenstein: Seit Juli 2025 ist in Deutschland erstmals ein Compassionate-Use-Programm für Psilocybin möglich, wie das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit bekanntgab. Das bedeutet: Erwachsene mit schweren, behandlungsresistenten Depressionen können nun in begründeten Härtefällen und unter strengen Auflagen Zugang zu einer Psilocybin-Therapie erhalten – und zwar schon vor der offiziellen Marktzulassung.

Die Grenzen der konventionellen Psychiatrie

Diese Dringlichkeit entsteht vor allem, weil die herkömmliche pharmakologische Behandlung stagniert. Die klassischen Antidepressiva bringen erhebliche Probleme mit sich. Kritische Stimmen, wie Irving Kirsch bereits 2008, argumentieren, dass die Wirksamkeit von Antidepressiva bei leichten bis mittleren Depressionen kaum über den Placebo-Effekt hinausgeht und nur bei schwersten Depressionen signifikant ist. Hinzu kommen die Nebenwirkungen. Patienten berichten von emotionaler Abstumpfung – ein Phänomen, das Goodwin und Kollegen (2017) untersuchten. Auch sexuelle Dysfunktionen sind häufig und können, wie Atmaca im Jahr 2020 aufzeigte, sogar nach dem Absetzen der SSRI bestehen bleiben. Apropos Absetzen: Das ist oft gar nicht so leicht. Davies und Read untersuchten 2019 ausführlich das sogenannte Absetzsyndrom, das vielen Patienten Schwierigkeiten bereitet.

Das Fazit zur aktuellen Standardbehandlung ist also ernüchternd: Sie ist oft wenig befriedigend und mit vielen Nachteilen behaftet. Genau an dieser Stelle betreten nun Psychedelika die Bühne und versprechen deutliche Vorteile.

Ein Deep Dive in die Hirnforschung: Das Default Mode Network

Doch was genau passiert da eigentlich im Kopf? Um das zu verstehen, machen wir jetzt einen Deep Dive in die moderne Hirnforschung. Während man früher versuchte, das Gehirn anhand isolierter Einzelteile zu verstehen, hat sich der Blickwinkel gewandelt. Heute betrachten wir Netzwerke, also die Verbindungen und Wechselwirkungen. Eines davon ist für das Verständnis von Depressionen besonders spannend: Das Default Mode Network.

Entdeckung des Ruhezustandsnetzwerks

Wie dieses Netzwerk eigentlich entdeckt wurde, lässt sich in Vinod Menons Artikel „20 Years of the default mode network“ (2023) hervorragend nachlesen. Das Ruhezustandsnetzwerk wird immer dann aktiv, wenn wir gerade keine konkrete Aufgabe lösen, sondern unseren Gedanken nachhängen, den Tag Revue passieren lassen oder tagträumen. Und genau so wurde es auch gefunden: also nicht beim Tagträumen, sondern bei Probanden, die gerade im PET-Scanner lagen und nichts zu tun hatten. Wissenschaftler wurden stutzig, nachdem sie bemerkten, dass Probanden eine sehr deutliche Hirnaktivität zeigten, wenn sie gerade keine Aufgabe lösten. Dieses Phänomen nahmen Shulman und Kollegen 1997 genauer unter die Lupe. Sie analysierten verschiedene PET-Studien im Rahmen einer Metaanalyse und identifizierten 14 Hirnareale, die sich konsistent bei Aufgaben deaktivierten und beim „Nichtstun“ aktivierten.

2001 nannten Raichle und Kollegen dies dann den „Default Mode“ des Gehirns, also so etwas wie den Standardmodus unseres Gehirns, der aktiv wird, wenn wir gerade nicht aktiv sind. Als zwei Jahre später dann auch der Netzwerkcharakter nachgewiesen wurde, etablierte sich der Begriff des Default Mode Network, zu Deutsch: das Ruhezustandsnetzwerk.

Die Architektur des DMN: Drei Subsysteme

Das Default Mode Network, im Folgenden DMN genannt, kann man sich als ein System von Hirnstrukturen vorstellen, die in Form von drei Subsystemen miteinander interagieren: dem zentralen Kern, dem medial-temporalen Subsystem und dem dorsal-medialen Subsystem.

Nach Andrews-Hanna, Smallwood und Spreng kann man sich das ungefähr so vorstellen:

  1. Der zentrale Kern: Er ermöglicht die Kommunikation der Subsysteme miteinander und umfasst vor allem den anterioren medialen Kortex und den posterioren cingulären Kortex. Der zentrale Kern ist verantwortlich für die Verarbeitung von persönlich bedeutsamen und selbstbezogenen Informationen.
  2. Das medial-temporale Subsystem (MTL): Es ist entscheidend für den Abruf von Informationen, um mentale Simulationen zu erstellen. Es besteht aus dem Hippocampus, dem parahippocampalen Kortex, dem retrosplenialen Kortex (RSC), dem posterioren inferioren parietalen Lobulus und dem ventromedialen präfrontalen Kortex (vmPFC). Das MTL ermöglicht es uns, episodische Erinnerungen abzurufen, die Zukunft zu planen und überhaupt Szenerien mental zu simulieren.
  3. Das dorsal-mediale Subsystem: Es ist primär auf soziale und metakognitive Prozesse ausgerichtet. Die dazugehörigen Strukturen sind der dorsal-mediale präfrontale Kortex (dmPFC), die temporoparietale Junktion (TPJ), der laterale Temporalkortex und der Temporalpol. Seine Funktionen sind Mentalisieren und soziale Kognition, also zum Beispiel die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Spannenderweise ist es außerdem an der Verarbeitung von Sprache und Bedeutung beteiligt.

Kurz gesagt: Der zentrale Hub stellt die Frage nach der persönlichen Bedeutsamkeit und integriert die Informationen der anderen beiden Netzwerke. Das medial-temporale Subsystem konstruiert aus vergangenen Erinnerungen die Bilder für unsere Vorstellungen und speziell unsere Zukunftspläne, und das dorsal-mediale Subsystem hilft uns dabei zu verstehen, was andere denken und fühlen.

Das innere Narrativ und das „Broadcasting“

Was die Funktion des DMN selbst über die Subsysteme hinaus angeht, hat Vinod Menon 2023 ein vereinheitlichendes Modell vorgeschlagen. Im Kern geht es in seiner Theorie darum, dass das DMN Erinnerungen, Sprache und semantische Repräsentationen integriert und ausstrahlt (broadcast), um ein kohärentes „inneres Narrativ“ unserer individuellen Erfahrungen zu erschaffen. Dieses innere Narrativ ist zentral für die Art und Weise, wie wir ein Gefühl von Selbst konstruieren, uns selbst wahrnehmen und damit auch, wie wir mit anderen interagieren.

Diese Theorie lässt sich in vier Säulen unterteilen, von denen hier vor allem zwei interessant sind. Die eine Säule ist die Konstruktion der inneren Erzählung. Das DMN fungiert laut Menon als System, das verschiedene kognitive Fäden – wie autobiografisches Gedächtnis, soziales Wissen und sprachliche Verarbeitung – zu einer fortlaufenden Lebensgeschichte verwebt. Dieses innere Narrativ, das teils aus Monologen und teils aus Dialogen besteht, ist essenziell für die Entstehung von dem, was Menon das „epistemische Selbst“ nennt – also das wissende Selbst. Das DMN erzeugt also eine Identität, die auf abgespeicherten Informationen beruht. Ohne diese Funktion würde das Gehirn Erfahrungen nicht zu einer subjektiven Kontinuität binden und das Erleben unseres Selbst würde fragmentieren. Dass es hier immer wieder um das Selbst oder das Ich-Empfinden geht, wird später noch relevant werden, wenn es um Depressionen geht.

Die andere Säule nennt Menon „Broadcasting Frames of Thought“ – zu Deutsch etwa: Gedankliche Rahmen aussenden. Dies basiert auf drei Teilprozessen: Integration von Informationen, Erstellen eines Frame of Thought und Aussenden dieses Frames of Thought. Die Knotenpunkte des DMN sind strukturell gut gelegen, um Informationen zu integrieren und auszusenden. Menon sieht die Knotenpunkte des DMN als Kommunikationsschaltstellen, welche Signale empfangen und senden können. Sie sind am Ende einer funktionellen Hierarchie angesiedelt, was es ihnen erlaubt, Informationen aus verschiedenen Bereichen im Gehirn zu integrieren. Aus diesen Informationen wird nun ein Teil des eben beschriebenen inneren Narrativs erstellt, welcher hier Frame of Thought genannt wird. Und genau diesen Frame of Thought – den aktuell aktiven Teil unseres Selbst-Narrativs – sendet nun das DMN über seine Knotenpunkte an alle mit ihm verbundenen Bereiche des Gehirns und erzeugt so unser subjektives „Ich-Gefühl“.

Das Triple Network Model: Die Dirigenten des Bewusstseins

Ein kleiner Hinweis an dieser Stelle: Hier wird ja gerade beschrieben, wie es läuft, wenn es gut – also funktional – läuft. Natürlich kann es an genau diesen Stellen auch eine Dysfunktion geben. Und was mit unseren inneren Narrativen geschieht, wenn es uns nicht gut geht, und was das mit unserem Gefühl von Selbst macht, haben wir alle schon mal erlebt. Aber dazu später mehr. Bevor wir dazu kommen, was mit dem DMN bei Depressionen geschieht, möchte ich euch noch ein weiteres Modell von Vinod Menon vorstellen: Das Triple Network Model.

Denn das DMN operiert nicht im luftleeren Raum, sondern ist eng verbunden mit zwei weiteren Hirnnetzwerken: dem Zentralen Exekutiv-Netzwerk (auch frontoparietales Netzwerk genannt) und dem Salienz-Netzwerk.

Das DMN kennen wir ja jetzt schon ganz gut. Hier ist es vielleicht noch relevant zu erwähnen, dass es sich beim DMN um ein Task-negative-Netzwerk handelt. Das bedeutet, dass es dann aktiv wird, wenn es gerade nichts zu tun gibt, und deaktiviert wird, wenn wir aktiv werden.

Dann wird nämlich das Central Executive Network aktiviert, kurz CEN genannt. Das Zentrale Exekutiv-Netzwerk ist ein Task-positive-Netzwerk und das Gegenstück zum DMN. Das CEN ist ein frontoparietales Netzwerk, welches im dorsolateralen präfrontalen Kortex und im posterioren parietalen Cortex verankert ist. Es wird dann aktiv, wenn wir aktiv werden, und ist verantwortlich für exekutive Funktionen, kognitive Kontrolle und zielgerichtetes Verhalten. Wann immer du also gerade dabei bist, Probleme zu lösen oder eine Aufgabe im Flow zu bewältigen, dann ist das CEN aktiv.

Wer aber entscheidet, wann es Probleme zu lösen gibt und wann wir tagträumen können? Hier kommt das Salienz-Netzwerk ins Spiel! Das Salienz-Netzwerk entscheidet, welcher Reiz bedeutsam ist, und ist in der Lage, zwischen DMN und CEN umzuschalten. Als „cingulo-fronto-operkuläres System“ ist es im dorsalen anterioren cingulären Kortex (dACC) und im frontoinsulären Kortex (FIC) verankert und hat drei Aufgaben: relevante innere und äußere Reize aus verschiedenen Hirnstrukturen zu integrieren, diese dann zu bewerten und dann, sobald es notwendig wird, das DMN zu deaktivieren und das Zentrale Exekutiv-Netzwerk zu aktivieren.

Jetzt fragst du dich sicherlich: „Simon, wieso erzählst du mir all das? Es begann so spannend mit LSD und Pilzen und jetzt das?“ Recht hast du. Aber wenn wir verstehen wollen, welchen Einfluss Psychedelika bei Depressionen spielen, dann müssen wir im ersten Schritt verstehen, was bei Depressionen im Gehirn abgeht. Und das hat sehr viel mit dem DMN zu tun!

Neurobiologie der Depression: Wenn Gedankenkreise starr werden

Jetzt haben wir nämlich alle Grundlagen, die wir brauchen, um zu verstehen, was bei Depressionen im Gehirn schiefläuft. Denn wie die Zusammenhänge von DMN, Triple Network Modell und depressiver Störung sind, wird intensiv beforscht und mit verschiedenen Erklärungsmodellen beschrieben.

Die Rolle des subgenualen PFC

Ein erstes Modell bezieht sich auf eine ganz spezifische Hirnregion: den subgenualen PFC, kurz sgPFC genannt. Normalerweise ist der sgPFC kein Teil des Default Mode Networks und wird mit Traurigkeit, affektivem Rückzug und Schuldgefühlen in Verbindung gebracht. Bei Menschen, die eine depressive Episode erleben, zeigt diese Region aber sowohl mehr Verbindung mit dem DMN als bei Menschen ohne Depression, als auch eine höhere Aktivität.

Wenn wir uns nun noch einmal bewusst machen, dass eine der Kernfunktionen des DMN die Erschaffung eines inneren Narrativs ist, dann bedeutet eine funktionelle Kopplung mit dem sgPFC, dass dieses innere Narrativ mit der Traurigkeit, dem Rückzug und den Schuldgefühlen verschmilzt und entsprechend eingefärbt wird. Heraus kommt ein selbstfokussierter, belasteter, zurückgezogener Zustand. Diese Kopplung von DMN und sgPFC bei gleichzeitiger Überaktivität des sgPFC ist nach Hamilton und Kollegen eines der wichtigsten neuronalen Korrelate für depressive Rumination!

Dysfunktionen im Triple Network

Ein weiteres Modell stammt von Vinod Menon und wird von ihm als das Triple Network Model der Psychopathologie bezeichnet. Es erklärt Zusammenhänge verschiedener psychiatrischer Störungsbilder mit dem DMN, unter anderem auch den Zusammenhang mit Depressionen und Ängsten. Er fokussiert dabei auf das Salienz-Netzwerk (SN), also das Netzwerk, das Reize bewertet und entscheidet, welches der anderen beiden Netzwerke aktiv werden sollte: das DMN mit seinen nach innen gekehrten Eigenschaften oder das Zentrale Exekutiv-Netzwerk (CEN), verbunden mit seinen zielgerichteten, aktiven Eigenschaften.

Bei Depressionen, so Menon, ist die Interaktion zwischen SN und DMN gestört. Das Salienz-Netzwerk schafft es nicht mehr effektiv, das DMN herunterzuregeln. Die Folge ist, dass Menschen mit Depressionen unfähig sind, vom inneren Grübeln auf externe Reize umzuschalten. Bei Ängsten, welche eng mit Depressionen verwandt sind, wird den internalen gedanklichen Prozessen des DMN eine überproportionale Wichtigkeit attribuiert. Das SN ist hierbei hyperaktiv (überwachsam) und hyperkonnektiv mit dem DMN verbunden. Die kognitiven Ressourcen werden dann dem DMN zugewiesen und das für handlungsbezogene Aktivität zuständige Zentrale Exekutiv-Netzwerk wird weniger angesteuert. Die depressiv-ängstliche Person bleibt in Grübelschleifen gefangen und kann weder ausbrechen noch aktiv werden.

Dieses Modell wird von den Befunden von Lynch und Kollegen gestützt. Sie fanden heraus, dass bei Menschen mit Major Depression das Salienz-Netzwerk deutlich ausgeweitet ist. Im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe war bei den meisten depressiven Patienten das Salienz-Netzwerk um 73 % vergrößert. Diese Vergrößerung geschieht, indem das SN in Bereiche expandiert, die normalerweise von anderen Netzwerken belegt sind. Speziell das frontoparietale Netzwerk (also das CEN) wird von dem vergrößerten SN verdrängt. Die erhöhte Reizüberwachung geht also unter anderem auf Kosten des Netzwerks, das für Aktivität, zielgerichtetes Handeln und Entscheidungen zuständig ist. Diese Vergrößerung ist übrigens nicht abhängig vom emotionalen Zustand. Auch in Zeiten, in denen die Menschen keine depressiven Symptome aufwiesen, wurde diese Vergrößerung nachgewiesen.

Zusammenfassend können wir also festhalten, dass bei depressiven Störungen einerseits der subgenuale PFC überaktiv ist und durch übermäßige Verbindung mit dem DMN die Gedanken depressiv kontaminiert, und andererseits das Salienz-Netzwerk nicht mehr in der Lage ist, das DMN zugunsten des Exekutiv-Netzwerks zu unterdrücken. Das Gehirn ist also nicht mehr flexibel und starr in den pathologischen Gedankenkreisen des DMN gefangen.

Jetzt kennen wir die Neurobiologie des DMN und den Zusammenhang mit Depressionen – jetzt machen wir uns endlich auf den Trip!

Der Wirkmechanismus: Wie Psychedelika das Gehirn „resetten“

Was passiert da eigentlich im Hirn, wenn LSD oder Psilocybin konsumiert werden? Klassische Psychedelika binden im Gehirn an sogenannte 5-HT2A-Rezeptoren. Dies sind Rezeptoren des serotonergen Systems. Man findet sie besonders dicht in den hochrangigen assoziativen Arealen – also genau dort, wo Informationen aus den „niederen“ Sinnesarealen zusammentreffen und zu einem Gesamtbild verarbeitet werden. Und, oh Wunder: Viele dieser Strukturen sind die Hauptknotenpunkte des Default Mode Networks. Die Rezeptoren, an denen Psychedelika andocken, sitzen also direkt in der Schaltzentrale des DMN.

Was passiert nun bei der Einnahme? Wenn diese Rezeptoren aktiviert werden, wird die Zelle extrem erregbar. Sie fängt an, unsynchronisiert und unregelmäßig zu feuern. Dabei schüttet sie den Botenstoff Glutamat aus, was die Erregung an umliegende Netzwerke weitergibt. Das Ergebnis: Die strenge Ordnung bricht zusammen. Bereiche, die sonst im Takt schwingen, werden plötzlich überempfindlich und chaotisch.

Die Entropic Brain Hypothese und das REBUS-Modell

Robin Carhart-Harris fasst das, was dann im Gehirn passiert, mit seiner Entropic Brain Hypothese zusammen: Entropie ist ein Maß aus der Physik, welches sich als Maß von Chaos bzw. Ordnung beschreiben lässt. Hohe Entropie entspricht hohem Chaos, niedrige entspricht hoher Ordnung. Während ein gesundes Gehirn in der Lage ist, flexibel in alle Richtungen zu denken, sieht Carhart-Harris das depressive Gehirn als in einem Zustand von zu geringer Entropie, also übermäßiger Ordnung und Starrheit gefangen. Die gleichen Gedankenschleifen werden immer wieder und wieder gedacht und das Gehirn ist nicht in der Lage andere Perspektiven einzunehmen – unter anderem weil das DMN in den vorhin beschriebenen Prozessen gefangen ist. Wenn Psychedelika beginnen in den Regionen des DMN zu wirken, erhöht sich die Entropie. Wo vorher Gleichförmigkeit und Starre war, beginnt das Gehirn nun seine geordneten Bahnen zu verlassen und in einen Zustand von höherer Komplexität und Chaos zu wechseln.

Das beschreibt auch Gattuso: Während das Gehirn im Normalzustand eher in einem modularen Zustand ist, in dem die verschiedenen Netzwerke jeweils für sich ihre Arbeit machen, stört die Einnahme von Psychedelika diese Ordnung akut und hat eine globale Integration der verschiedenen Netzwerke zur Folge. Speziell das DMN zeigt eine Entkopplung der zentralen Knotenpunkte und die funktionelle Konnektivität zwischen den verschiedenen Netzwerken steigt massiv an. Netzwerke, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind, beginnen nun miteinander zu kommunizieren. So beginnt das DMN mit dem Salienz-Netzwerk und dem Zentralen Exekutiv-Netzwerk zu kommunizieren. Auch die sensorischen Netzwerke beginnen ihre Grenzen zu sprengen, sodass beispielsweise das auditive und das visuelle Netzwerk miteinander kommunizieren, was zu Synästhesien führen kann und beispielsweise Töne „gesehen“ werden.

Das DMN, was für die Aufrechterhaltung unseres Ich-Erlebens verantwortlich ist, wird also durch die Einnahme von Psychedelika im wahrsten Sinne des Wortes dazu angeregt, sich aus seinen gewohnten Bahnen herauszubewegen und verschmilzt mit anderen Netzwerken. Man könnte auch sagen: Das, was die Geschichte unseres Ichs kreiert und aufrechterhält, wird in einen Modus versetzt, in dem die selbstreferenziellen Schleifen unterbrochen werden und Verbindungen zu bisher nicht einbezogenen Informationsquellen gezogen werden.

Carhart-Harris und Friston haben das in ihrem REBUS-Modell folgendermaßen beschrieben. REBUS steht für Relaxed Beliefs Under Psychedelics. Sie gehen davon aus, dass unser Gehirn darauf programmiert ist, die Welt vorherzusagen. Das Default Mode Network ist hierbei die Instanz, die die Vorhersagen über uns und die Welt, auch Glaubenssätze oder „Beliefs“ genannt, in Form eines Narrativs in sich trägt. Im gesunden Zustand ist das DMN in der Lage, bei falschen Vorhersagen eine Korrektur vorzunehmen. Im depressiven Zustand ist das nicht mehr möglich. Das DMN hat die Flexibilität verloren, Informationen von außen mit einzubeziehen, und dreht sich starr und rigide um seine negativen Glaubenssätze. Unter dem Einfluss von Psychedelika und der damit verbundenen Desintegration des DMN lockern sich die starren Glaubenssätze, und die Entropie und Konnektivität in andere Bereiche steigt.

Anarchie im Kopf: Das Gehirn ohne Herrscher

Carhart-Harris und Friston beschreiben diesen Zustand als „Anarchic Brain“. Anarchie heißt „ohne Herrscher“ und bedeutet in diesem Kontext, dass der zentrale Herrscher im Hirn, das DMN, zurücktritt und seine Top-Down-Kontrolle inklusive aller Glaubenssätze und Vorhersagen außer Kraft gesetzt wird. Das DMN wirkt im Alltag ordnend und reduziert die potentielle Informationsvielfalt der tiefer gelegenen Ebenen des Gehirns. Unter dem Einfluss von Psychedelika und der damit verbundenen reduzierten Top-Down-Kontrolle können nun Informationen aus diesen tieferen Schichten, speziell dem limbischen System, aufsteigen und das Bewusstsein erreichen, und im Alltag verborgene psychische Inhalte können sichtbar werden.

Wenn wir diese Logik jetzt einmal weiterspinnen… was ist eigentlich die fundamentalste Vorannahme, der größte Glaubenssatz, den wir über uns in dieser Welt haben und welcher speziell bei Depressiven für Leid sorgt? Die Antwort von Carhart-Harris und Friston ist: das Ich.

Die Rolle der Mystischen Erfahrung

Und mit zunehmender Entropie im Gehirn und gleichzeitiger Desintegration des DMN tritt auch das Ich als wichtigster Akteur des Default Mode Network in den Hintergrund. Und tatsächlich gibt es einen Zusammenhang zwischen der Qualität der subjektiven Erfahrung während der psychedelischen Erfahrung und dem Behandlungserfolg bei depressiven Patienten. Dieser Zusammenhang wurde in vielen Studien repliziert. So wie auch 2018 von einem Forscherteam, bestehend aus Roseman, Nutt und Carhart-Harris.

Speziell eine Qualität, die „Oceanic Boundlessness“ genannt wird und für das Erleben der Auflösung des Ichs im Sinne einer mystischen Erfahrung steht, wird als Prädiktor für einen Behandlungserfolg gesehen. Roseman, Nutt und Carhart-Harris konnten in ihrer Studie zeigen, dass Menschen, die während der Erfahrung diese Oceanic Boundlessness erlebten und gleichzeitig wenig Angst hatten, nach 5 Wochen deutlich stärkere Verbesserungen ihrer depressiven Symptome zeigten. Das Zusammenspiel dieser beiden Faktoren konnte 54 % der Varianz zwischen den Teilnehmenden erklären. Die antidepressive Wirkung von Psychedelika ist also nicht nur ein Produkt der pharmakologischen Prozesse, sondern in hohem Maße von der konkreten Erfahrung abhängig. Die Substanz ermöglicht einen Zustand, in dem psychologisch relevante Erfahrungen gemacht werden können.

Das Gehirn kommt durch Psychedelika also in einen Zustand, in dem die gewohnten Muster des DMN unterbrochen werden, das Ich-Erleben so weit zurücktritt, dass mystische Erfahrungen möglich werden, und durch die globale Integration der verschiedenen Netzwerke können unbewusste Inhalte, die aufgrund des starren Ichs keine Chance hatten, wahrgenommen zu werden, das Bewusstsein erreichen. Auf diese Weise können neue, relevante Erfahrungen gemacht werden, welche nachhaltigen Einfluss haben, auch wenn sich das Ich bei Abklingen des Trips wieder zusammensetzt.

Neuroplastizität und das „Window of Opportunity“

Aber auf einen Aspekt sind wir bis hierhin noch nicht eingegangen, auch weil er zwar angenommen, aber beim Menschen noch nicht nachgewiesen wurde. Vollenweider und Preller beschreiben in ihrem Übersichtsartikel von 2020, dass bei Mäusen nachgewiesen wurde, dass durch die Aktivierung der 5-HT2A-Rezeptoren und der intensiven Glutamat-Ausschüttung sogenannte AMPA-Rezeptoren aktiviert werden, welche wiederum BDNF freisetzen. BDNF, was ausgeschrieben Brain-Derived Neurotrophic Factor heißt, ist ein Protein, was die Bildung neuer Synapsen im Gehirn unterstützt und eine zentrale Rolle bei Lern- und Gedächtnisprozessen spielt. Der Effekt: Die Synaptogenese wird angeregt. Außerdem wurde in Tierversuchen nachgewiesen, dass durch Psychedelika angeregte Neuroplastizität besonders die Löschung des Angstgedächtnisses begünstigt. Auch wenn die Befunde beim Menschen noch gemischt sind, wird in der substanzgestützten Psychotherapie davon ausgegangen, dass es über die akute Wirkung der Substanz hinaus ein zeitliches Fenster gibt, in dem Lernerfahrungen besonders gut gemacht werden können. Dieses Fenster wird auch Window of Opportunity genannt und ist damit besonders gut für Psychotherapiesitzungen geeignet, die zur Integration der psychedelischen Erfahrung dienen.

Fazit: Ein Paradigmenwechsel?

Nun kommen wir zum Ende dieses Podcasts. Was ein Trip! Begonnen bei den aktuellen Entwicklungen über die Entdeckung und Funktionsweisen des DMN, hin zu den Zusammenhängen des DMN mit Depressionen weiter zum Einfluss von Psychedelika auf das DMN und die menschliche Psyche.

Es gäbe noch viel zu erzählen zu diesem Thema. Zum Beispiel zu den Schwierigkeiten, vor denen die Forschung aktuell steht: der Doppelverblindung bei Psychedelika, den Umgang mit Erwartungseffekten, der Einfluss der anwesenden Therapeuten und Set und Setting. Auch zu Risiken und Nebenwirkungen wie Horrortrips, HPPD, einer fortbestehenden Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch, genauso wie zu weiteren Möglichkeiten, das Default Mode Network zu beeinflussen, wie beispielsweise Meditation, gäbe es noch einiges zu sagen!

Was ist jetzt also die Essenz?

Wir haben gelernt, dass es sich bei Depressionen auch um eine Erkrankung der starren Netzwerke und der eingefahrenen Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen, handelt. Wir haben gesehen, wie das DMN sich um sich selbst dreht und die Fähigkeit verliert, flexibel umzuschalten. Und wir haben gesehen, wie Forscher wiedergefundene Substanzen aus der Hippie-Ära nutzen, um dieses Problem mit einer ordentlichen Portion Entropie und globaler Netzwerkverschmelzung anzugehen.

Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel in der Psychiatrie: weg von einer Dauermedikation mit teils heftigen Nebenwirkungen, hin zu Substanzen, die Symptomlinderung in wenigen intensiven Sitzungen versprechen. Ob sie dieses Versprechen halten können, wird die Forschung zeigen. Was das Default Mode Network angeht, sieht es vielversprechend aus.

 

 

Literaturverzeichnis

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